Versuche zur Gitarre

Im Frühjahr 2016 fand ich meine Gitarre in der Scheune und traute mich nach 35 Jahren wieder einmal zu klimpern. Und siehe da, es machte mir einen Heidenspaß. Ausgangspunkt war unser Freund Mike Shearing, der mit seiner Hilary und weiteren Freunden wunderbare handgemachte Musik fabriziert und auf seiner Ukulele einen tollen Sound hervorzaubert. Die beiden haben mich für einen Neuanfang motiviert. Vergleichen will und kann ich mich aber nicht mit ihnen. Dazu sind sie viel zu gut. Ich stelle trotzdem einige Songs hier ein, weil das Singen zur Gitarre dabei ist, wieder ein Teil meines Lebens zu werden. Ein Teil, der mich aufbaut und erfreut.

Jamaica Farewell
Der magische Harry Belafonte sang diese Lied Ende der 50er Jahre. Von wem es auch inmer ist: Es ist ein Klassiker. Und ich habe zum ersten Mal probiert eine 2. Stimme dazu zu singen. Dann auch noch auf meiner alten "Giannini"- Konzertgitarre, die ich gerade eben für'n Appel und Ei auf einem Brocante gefunden habe. Noch nicht mal die Saiten habe ich bisher gewechselt. Ein Traum. Und es ist  einfach eine Freude, wenn die Töne zusammenkommen. Es ist, als wenn die Menschen für einen Moment Frieden schließen mit sich und der Welt.
When Israel was in Egypts land

Ein wunderbarer Song. Louis Armstrongs Version ist unerreicht. Seine Leichtigkeit, sein Swing heben diesen Gospelsong ab von allen getragenen Versionen vorher. Er wird dadurch zu einem Signal für einen neuen Anfang, zu einer Ermutigung für eine gesellschaftliche Erneuerung und Befreiung, die sich so viele von uns erhoffen.

Lili Marleen

Heute hier morgen dort

Sorry for the bad english subtitles in the video.  I like the English version of Marlene Dietrich:                                                 

 

Warum mich das Lied berührt:                                                                Why the song touches me:                                                  

                            

 

 

 

 

Das ist mein Lieblingslied von Hannes Waader

Loïc und Yves

Wunderbar ist das, Enkel zu haben. Und wunderbar ist es auch, ihnen etwas vorsingen zu können. Dies Lied habe ich für die beiden geschrieben. Manchmal summen sie es schon mit. Auf jeden Fall legen sie gleich los und tanzen danach.

Der Mond ist aufgegangen

Wie schön blüht uns der Maien

Meine Mutter, Irmgard Cornehl, hatte sich dieses Lied gewünscht. Ich habe es ihr an ihrem Krankenbett im Matthias-Claudius-Pflegeheim auf der Gitarre vorgetragen und sie hat mitgesungen und gesummt. Jetzt, wo sie nicht mehr auf dieser Welt ist, wird mich dieses Lied immer an sie erinnern. An all die vielen gemeinsamen Jahre. An ihre unerschütterliche Liebe und Sorge, die sie mir als ihr einziges Kind stets zukommen ließ. Gehab' dich wohl da oben, liebe Mama. Ich danke dir für alles und gebe dir noch ein paar Zeilen auf Platt mit auf den Weg:

"Nu ruh di n' beten ut dor boben
unn lot di bannig von uns loben
för oll dien grote Kraft.
Wi heeft di ganz veel to danken
Unn keen Frünnd deiht wanken
unn denkt good an di.
Dütt Licht, datt brennt nu ümmers
Ook hell noch bi unse Künners
Besonners ook bi mi."

Wie schön blüht uns der Maien

Ein wunderbares Lied zum Frühling und zur (unerfüllten) Liebe. Der Text wurde von Max Pohl nach einer Vorlage aus dem Jahr 1549 gekürzt und überarbeitet und  1911/12 im Lautstand modernisiert. Auch die ursprüngliche Melodie, die seit 1602 bekannt war, wurde von Pohl modernisiert und zu der heutigen Melodie zusammengeführt. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das Lied durch die Wandervogelliederbücher bekannt und erlangte erneute Verbreitung und Popularität (Quelle: www.lieder-archiv.de). 1975 sang es Hannes Wader und veröffentlichte es auf seinem Album "Volkssänger".  Tavant, Ostermontag 2016

Wie schön blüht uns der Maien,
der Sommer fährt dahin,
mir ist ein schönes Jungfräulein
gefallen in meinen Sinn.
Bei ihr da wär's mir wohl,
wenn ich nur an sie denke,
mein Herz ist freudevoll.

Bei ihr, da wär ich gerne,
bei ihr, da wär's mir wohl
sie ist ein Morgensterne,
scheint mir ins Herz so voll.
Sie hat einen roten Mund,
sollt ich sie darauf küssen,
mein Herz würd mir gesund.

Wollt Gott, ich fänd im Garten,
drei Rosen an einem Zweig,
ich wollte auf sie warten,
ein Zeichen wär's mir gleich.
Das Morgenrot ist weit,
es streut schon seine Rosen;
ade, du schöne Maid!